Zweimal am Tag etwa zwei Minuten Zähne putzen, am besten morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Tipp: Zwischen den Mahlzeiten einen zuckerfreien Kaugummi kauen. Das ... weiterlesen »
Hämatologie ist die Lehre von der Physiologie, Pathophysiologie und den Krankheiten des Blutes sowie der blutbildenden Organe. Sie umfasst bösartige Erkrankungen des Blutes, Bildungsstörungen des Knochenmarks, Blutveränderungen durch immunologische Prozesse, Störungen der Blutstillung (hämorrhagische Diathesen; Hämophilie) und Übergerinnbarkeit des Blutes (Thrombophilie). Die beiden letztgenannten Krankheitsgruppen werden auch unter dem Fachbegriff Hämostaseologie (Lehre der Blutgerinnung) subsumiert.
Die wichtigsten Blutkrankheiten sind die akute und chronische Leukämie (Blutkrebs), bösartige Veränderungen der Lymphknoten (umgangssprachlich "Lymphknotenkrebs"), Anämie (Blutarmut) und die Hämophilie (Bluterkrankheit).
Die meisten Krankheiten des Blutes können aus dem Blut diagnostiziert werden, in manchen Fällen muss jedoch eine Knochenmarkpunktion durchgeführt werden oder ein Lymphknoten herausgenommen und untersucht werden.
Drüsenerkrankungen
Die Endokrinologie ist die „Lehre von den Hormonen“.
Endokrin heißen Hormondrüsen, die ihr Produkt nach innen, direkt ins Blut abgeben und im Gegensatz zu exokrinen Drüsen (z. B. Speichel-, Talgdrüsen) keinen Ausführungsgang haben.
Die medizinische Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, siehe auch Endokrine Chirurgie.
Die Endokrinologie beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Krankheiten, sog. Endokrinopathien:
Panhypopituitarismus
Schilddrüsenerkrankungen
Diabetes mellitus = Zuckerkrankheit
Diabetes insipidus = Wasserruhr
Conn-Syndrom = Überproduktion an Aldosteron
Cushing-Syndrom = Überproduktion an Cortisol
Morbus Addison = Mangel an Nebennierenrindenhormonen
Adrenogenitales Syndrom = Vermännlichung der primären Geschlechtsmerkmale bei Frauen
Akromegalie (übermäßig große (End-)Gliedmaßen) und Riesenwuchs
Unterzuckerung z. B. bei Insulinom
Nebenschilddrüsenerkrankungen
Phäochromozytom
Karzinoid (bösartiger Tumor)
Überschuss oder Mangel an Sexualhormonen (zum Beispiel Testosteronmangel, Verweiblichung, Virilismus, Transsexualismus)
Lymphatisches System
Das Lymphatische System (lat. Systema lymphaticum, auch Lymphsystem) (Lymphe = Körperwasser, zu griech. lymphe: klares Wasser) ist ein Teil des Abwehrsystems (Immunsystem) der Wirbeltiere gegen Krankheitserreger, Fremdpartikel und krankhaft veränderte Körperbestandteile (z. B. Tumorzellen). Es gliedert sich in die lymphatischen Organe und das Lymphgefäßsystem. Das Lymphgefäßsystem hat neben der Funktion im Abwehrsystem auch eine Bedeutung im Flüssigkeitstransport und steht in enger Beziehung zum Blutkreislauf.
Lymphatische Organe
Die lymphatischen Organe sind spezialisierte Organe zur Differenzierung und Vermehrung der Lymphozyten. Sie werden in primäre und sekundäre lymphatische Organe unterteilt.
In den primären lymphatischen Organen erfolgt die Differenzierung von Vorläuferzellen in immunkompetente T- bzw. B-Lymphozyten:
Thymus
Knochenmark bzw. Bursaäquivalentes Organ bei Säugetieren, Bursa Fabricii bei Vögeln
In den sekundären lymphatischen Organen wird durch Zusammentreffen von Antigenen und immunkompetenten Lymphozyten eine spezifische Immunantwort ausgelöst:
Lymphfollikel
Peyer-Plaques
Mandeln
Milz
Lymphknoten
Wurmfortsatz (Anhang des Blinddarms, oft fälschlich bei der Wurmfortsatzresektion als der „Blinddarm“ bezeichnet)
Milz und Knochenmark übernehmen darüber hinaus noch Funktionen bei Bildung, Speicherung und Abbau des Blutes.
Nach der Gewebszusammensetzung unterscheidet man lymphoepitheliale und lymphoretikuläre Organe.
Lymphgefäßsystem
Das Lymphgefäßsystem beginnt als Lymphkapillaren in der Peripherie, diese enden also „blind“. Die Lymphkapillaren vereinigen sich zu größeren Lymphgefäßen. In diese Lymphgefäße sind die Lymphknoten als Filterstationen integriert.
Dadurch dienen Lymphgefäße auch der Verbreitung der Lymphozyten. Die Lymphgefäße vereinigen sich zu Lymphsammelstämmen, die in die Venenwinkel und damit in die obere Hohlvene und somit in das Venensystem münden. Im Gegensatz zum Blutkreislauf gibt es also keinen „Lymphkreislauf“.
Im Lymphsystem werden pro Tag etwa 2 Liter Lymphflüssigkeit transportiert. Der Transport der lymphpflichtigen Flüssigkeit erfolgt entweder passiv durch die Bewegung der Gliedmaßen und das Zusammenpressen der Lymphgefäße, sowie aktiv durch die nicht geordneten Kontraktionen der einzelnen Lymphangione (Lymphherzen). Lymphangione sind Lymphgefäßabschnitte mit verdickter Wand, begrenzt durch Ventilklappen, deren glatte Muskulatur sich etwa 10-mal pro Minute zusammenzieht.
Die Lymphflüssigkeit folgt dann dem geringsten Widerstand in Richtung der sich nach proximal erweiternden Lymphgefäße. Durch eine manuelle Drainage und intermittierende Kompression können die Lymphangione angeregt werden und somit etwa 60-mal pro Minute kontrahieren.
Neben der Bedeutung bei der Lymphozytenzirkulation spielt das Lymphgefäßsystem eine wichtige Rolle für den Flüssigkeitsabtransport aus den verschiedenen Körperteilen. Teile des Blutes treten im Kapillarbett der Gewebe als interzelluläre Flüssigkeit (Gewebswasser) aus.
Diese Gewebsflüssigkeit wird zum einem über die Venen, zum anderen Teil aber als Lymphe über die Lymphgefäße abgeleitet.
Die über das Lymphgefäßsystem transportierte Flüssigkeit mündet schließlich in die obere Hohlvene, womit beide Körperflüssigkeiten (Lymphe und Blut) wieder vereint sind. Die Abfallstoffe werden über den Dickdarm ausgeschieden. Über das Lymphgefäßsystem werden auch die im Darm resorbierten Fette in den Blutkreislauf transportiert.